Interview: Benjamin Keys, Zürich 30.08.2018

Ihr dürft euch heute auf ein aussergewöhnliches, abwechslungsreiches und interessantes Interview freuen.
Vor paar Tagen durften wir Benjamin Keys kennenlernen, der seit zwei Jahren in Hollywood lebt. Nun fragt ihr euch sicher wer das ist…

Benjamin Keys ist ein talentierter Keyboarder und Musical Director von Künstlern wie Ira May (Nr. 1 Album „The Spell“ 2014), Debrah Scarlett (Eurovision Teilnehmerin für Norwegen 2015), Audio Dope (fast 3 Mio Spotify Klicks), Knackeboul, Jas Crw und vielen mehr.
Er hat bereits mehr als 300 Konzerte hinter sich und stand bei Festivals wie dem Montreux Jazz Festival, Gurtenfestival, Frauenfeld Openair, St. Gallen, Baloise Session und Heitere auf der Bühne.
Momentan arbeitet er in Hollywood für den Newcomer Cody Lovaas (mehr als 700’000 monatliche Spotify Hörer) und Ollie Gabriel (Top Ten Hit in Europa mit «Running Man»). Mit Ollie geht er kommendem Frühling auf grosse Tournee. Wir hoffen Ollie macht ein Stop in Zürich, wir würden uns freuen.

Damit ihr euch ein Bild von Ollie machen könnt, schaut mal in dieses Video rein.

Interview mit Benjamin

Hi Benjamin, schön dass du dir für ein kleines Interview Zeit nimmst. Wann hast du angefangen Musik zu machen und was war deine Motivation dahinter?
Ich hatte schon als kleines Kind ein Klavier in meinem Zimmer. Ab und zu sass ich mich vor die Tasten und begann einfach drauflos zu improvisieren. Als ich dann später Bands wie Tower Of Power hörte, wollte ich unbedingt Schlagzeug spielen und nahm Unterricht für mehrere Jahre, bis ich dann als 16-Jähriger doch zurück zum Klavier wechselte. Ich erinnere mich daran, als Jugendlicher die Live DVD „Finally.. The First Farewell Tour“ von Phil Collins geschaut zu haben. Ich dachte mir: Wow, was für ein unglaubliches Gefühl das sein muss, jede Nacht auf einer so grossen Bühne zu spielen. Diesen Gedanken werde ich nie vergessen und seitdem trage ich diesen Traum in mir, das auch mal erleben zu dürfen.

Du bist auf dem neuen Album von Audio Dope vertreten, erzähl uns ein wenig mehr davon.
Mit Audio Dope bin ich schon seit über 20 Jahren befreundet. Ausserdem arbeiten wir musikalisch auch schon seit langer Zeit zusammen. Früher machte er Beats für meine Rapsongs und wir haben später zusammen mit Vinz und Zois das Album „Anti Radio“ auf Vinyl veröffentlicht. Und ich spiele auf seinem neusten Album. Ebenfalls traten wir an Festivals wie dem Montreux Jazz Festival oder Openair Frauenfeld auf.

Wie kam es dazu, dass du jetzt in Hollywood lebst?
Als Teenager wollte ich Filmregisseur werden in Hollywood. Ich hatte es also schon immer im Hinterkopf. Lustigerweise bin ich nun tatsächlich hier, jedoch als Musiker. Ich habe mich mit 21 Jahren definitiv entschieden voll auf Musik zu setzen. Und in der Schweiz gibt es nun mal leider fast keine Bands oder Künstler, die eine grosse internationale Tour spielen können. Da ich unbedingt als Livemusiker arbeiten und auf Tour gehen möchte, musste ich nach Los Angeles ziehen. Zwei Jahre lang habe ich mich darauf vorbereitet und nun bin ich schon zwei Jahre hier.

Was ist in Hollywood anders als hier bei uns in der Schweiz?
Im allgemeinen ist es hier immer schönes Wetter und ziemlich warm. Und es gibt keine Jahreszeiten, alles sieht immer genau gleich aus.
Musikalisch ist es professioneller und organisierter und deshalb leider auch ein wenig unpersönlicher. Es geht um viel mehr Geld und dadurch steigt auch der Druck. Einmal zu spät in die Probe kommen, kann heissen, dass dein Telefon das nächste Mal nicht mehr klingelt für diese Band.

Für welchen Künstler würdest du gerne noch arbeiten?
Jahrelang sagte ich immer, dass ich live am liebsten für Justin Timberlake spielen würde. Mittlerweile muss ich aber sagen, dass die aktuelle Bruno Mars Tour ganz klar mein „Traumgig“ ist.
Und wenn alles möglich wäre, hätte ich mit Abstand am liebsten für Michael Jackson gespielt. Seine Songs berühren mich mehr als jeder andere Musiker.

Und mit welchem Künstler hattest du ein witziges Erlebnis? Magst du es uns erzählen?
Eines Nachts, nach einem Konzert von mir als Rapper Kuzco am Wochenende in Zürich, lief ich mit meinem DJ Vinz zum Bahnsteig um den letzten Zug nach Basel zu nehmen. Der Zug fuhr erst in ca. 20 Minuten los, also sassen wir uns drausen auf eine Sitzbank. Da wir beide ziemliche Hip Hop Kenner sind spielten wir ein Hip Hop Quiz und stellten uns gegenseitig Fragen. Völlig darin vertieft vergassen wir die Zeit und dann tatsächlich. Der letzte Zug um 2 Uhr nachts fährt uns vor der Nase weg, obwohl wir schon seit Ewigkeiten dort bereit sassen!!
Wir lagen erst um sieben Uhr morgens im Bett.

Was darf deiner Meinung in der Musik Branche nie fehlen?
Authentizität. Wenn etwas wirklich authentisch ist, wird es auch auf Resonanz stossen. Leider klingt in der Hitparade heute vieles ähnlich, was aber auch eine Chance ist für junge Künstler, etwas komplett anderes zu machen. Jedoch ist es heute schwierig musikalisch wirklich innovativ zu sein. So vieles wurde schon gemacht. Aber eine richtig authentische Stimme und Ausstrahlung funktioniert immer.

Quick Fire Round!

Wir haben jeweils immer einen Teil im Interview in welchem wir Sätze beginnen, welche der Künstler möglichst spontan beenden soll. Nicht lange darüber nachdenken, einfach antworten

1.) Das erste was ich mache, wenn ich in der Schweiz bin, ist…
ins Bett hüpfen. Nach dem langen Flug von LA bin ich meistens zu müde für alles Andere.

2.) Ich gehe nie auf die Bühne ohne…
meine Gig-Hosen. Ich habe praktisch alle meine Konzerte in den letzten Jahren mit den gleichen schwarzen Hosen gespielt.

3.) mein Albtraum wäre…
aus irgend einem Grund keine Konzerte mehr spielen zu können. Ich müsste mein Leben komplett neu ausrichten.

4.) Mein Superhero ist…
Michael Jackson. The greatest performer of all time!

VIELEN DANK für das nette Interview, war schön dich kennengelernt zu haben.

Benjamin Keys Weblinks
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