Interview: Stu Larsen in Zürich, 24.10.2017

 

Kurz vor seinem Konzert im Papiersaal in Zürich, hatten wir die Chance uns mit Stu Larsen hin zu setzen und ihm ein paar Fragen zu stellen. Wir haben mit ihm über seine Musik und seinen Reisen gesprochen und herausgefunden, mit wem er gerne mal zusammenarbeiten möchte.

Interview mit Stu Larsen

In deinen eigenen Worten, wie würdest du deine Musik beschreiben?
Simple… Das ist gerade das einzige Wort das mir einfällt. Die Musik ist sehr einfach, simple Texte und Melodien, simple Gitarren Akkorde. Meine Musik ist nicht wirklich komplex, einfach simple akustische Folkmusik. So mag ich das eben.

Resolute ist ein wirklich tolles Album. Mir persönlich gefällt vor allem „Till The Sun Comes Back“. Ich habe gesehen, dass du diesen Song zusammen mit einem Chor performt hast – wie war das für dich?
Es war wundervoll! Diesen Song performe ich eigentlich so gut wie nie, es fühlt sich einfach nicht richtig an – nur ich und die Gitarre. Der Song wurde auch mit einem Chor im hinterkopf geschrieben, wurde mit einem Chor aufgenommen und ja… Braucht halt einfach einen Chor. In London habe ich den Song dann mit einem Chor zusammen gesungen – genau so wie es eben sein sollte. Erst letztens hat jemand an einer Show, ich glaube es war in Bologna, den Song als encore gewünscht. Ich dachte nur: ich weiss nicht ob ich den singen kann. Aber ich sagte der Crowd, dass ich den Song nur dann singe, wenn die anwesenden Leute dann meinen Chor bilden und mitsingen. Was die Leute dann auch gerne gemacht haben. Es war absolut fantastisch! Plötzlich hab ich dann was gemacht, was ich sonst nicht wirklich tue (und wohl auch nie mehr tun werde), ich hab das Kabel aus der Gitarre ausgesteckt und sprang von der Bühne runter – das war ziemlich hoch! Ich stand dann da, das Publikum um mich rum und wir haben zusammen weiter gesungen. Das war echt ein spezielles Gefühl.

Es muss echt speziell sein, so viele Leute um dich rum zu have. Ist es nicht ein wenig wie auf der Strasse zu spielen? Wann hast du das zuletzt gemacht?
Hmmm ehrlichgesagt, das ist gar nicht so mein ding. Ich habe vielleicht 10 mal auf der Strasse gespielt, in meinem ganzen leben! Ich war oft mit Passenger unterwegs, habe ihm damals geholfen CDs zu verkaufen und einfach mit den Zuschauern geplaudert. 1, 2 Lieder hab ich dann mit ihm performt. Aber das war’s dann auch schon. Ich glaube um erfolgreich zu sein als Strassenmusiker, musst du eine gewisse Persönlichkeit haben, so wie sie Passenger hat. Er schafft es die Leute „einzufangen“ und sie in seinen Bann zu ziehen. Ich bin da glaube ich genau das Gegenteil. Ich habe auch nicht genug Selbstvertauen als Strassenmusiker – es ist also nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung.

Etwas was du aber sicherlich liebst, ist reisen… Was steht den bei dir noch zuoberst auf deiner Bucketlist – wohin möchtest du gerne als nächstes reisen?
Da gibt es so viele Orte. Ich war schon in etwa 40 Ländern, aber bisher leider noch nie in Afrika oder Südamerika. Ich war mal in Mexico, aber sonst nirgends in Mittelamerika. Es gibt so viele Orte die ich noch erkunden möchte. Südamerika ist sicher zuoberst auf der Liste, aber nicht nur für 1 oder 2 Wochen, am liebsten gleich für mehrere Monate und eifach in den Tag leben, frei sein.. Ich möchte aber wenn möglich vorher noch Spanisch lernen.

Ich fühle mich immer frei und relaxed wenn ich deinen Musik höre. Was für Musik hörst du, wenn du einfach abschalten möchtest?
Ich höre eigentlich ganz oft die Musik meiner Freunde. Tim Hart, der momentan mit mir auf Tour ist z.B. Er bringt schon bald sein neues Album raus, ich habe daher in letzter Zeit sehr oft seine Songs gehört. Oder auch Luke Thompson, Neuseeland. Jedd Appleton, der auch gerade mit mir unterwegs war. Ich liebe ihre Songs. Ein anderer wäre z.B. Leif Vollebekk. Er ist Kanadier und kann so unglaublich gut Gitarre und Piano spielen. Er hat ein super chiiliges Album. Oder da wäre noch eine Band aus Melbourne. Die sind eher so Oldschool Slow-Jam bluesig, die heissen The Teskey Brothers. Ich glaube die warden noch super berühmt sein in den nächsten 4 Jahren – wenn nicht schon früher.

Du hast mal erwähnt, dass du deine Lieder vor allem dann schreibst, wenn du völlig abgeschottet bist von allem. Wie hältst du deine Ideen und Erlebnisse fest während du auf Tour bist?
Das ist etwas schwierig, ich kann das auch nicht so gut. Ich mache aber viele Fotos, welche dann meine Erinnerungen wieder hervorholen. Ich nehme auch viele kleine Sprachnachrichten auf meinem Handy auf. Später höre ich mir die dann an und denke manchmal: „Hä. Bin ich das? Es hört sich an wie ich, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern“. Am Anfang dachte ich immer, dass ich ganz viele Songs schreiben würde während der Reise. Aber ich war dann plötzlich zu beschäftigt die Situationen und Erlebnisse voll auszukosten und zu geniessen. Ich wollte einfach im Moment leben.

Du hast wirklich ein gutes Auge für Fotos. Ich mag deinen Instagram Feed sehr, er ist etwas anders als die Account von anderen Sängern.
Oh, vielen Dank. Ich liebe es Fotos zu schiessen. Natürlich gibt es für jedes gute Bild auch 100 schlechte. Ich möchte auch nicht, dass meine Follower jeden Tag mein Gesicht sehen müssen (lacht). Ich glaube die Leute haben echt Spass daran meine Reise zu verfolgen, die Musik, das eigentliche reisen etc. Sie können das gesammte Abenteuer mit verfolgen und nicht nur den Musikteil, das mag ich besonders gerne. Ich hab echt Glück, dass ich mein Leben so leben kann.

Fan Fragen an Stu Larsen

Hélène: MIt wem würdest du gerne mal zusammen arbeiten?
Ich tue es eigentlich gerade. Natsuki Kurai! Wir waren schon zusammen auf Tour und haben auch schon zusammen Songs aufgenommen. Er ist einfach genial. Er spielt Mundharmonika, ist aus Japan und einer meiner besten Freunde. Wir haben anfangs Jahr zusammen eine kleine EP bestehend aus 4 Songs aufgenommen. Er ist echt super, du musst in mal abchecken. Wenn du ihn auf YouTube hörst und siehst ist das schon abartig, aber Live – da bist du hin und weg. Ich liebe es jeweils nur das Publikum zu beobachten, wenn er spielt. Offene Münder überall. Definitiv eine Traum-Collab und ich habs gerade getan – wie viel Glück hab ich denn eigentlich?

Alex: Was kommt zuerst beim Songs schreiben, Musik oder Text?
Es passiert eigentlich fast gleichzeitig. Normalerweise setze ich mich einfach hin und schaue was da so aus mir raus kommt. Wenn ich mich hin setze dann schau ich einfach was passiert, ich habe eigentlich nie eine genaue Idee oder Vorstellung über was isch dann schreiben werde. Es passiert einfach. Ich würde aber sagen, dass eine Melodie ein bisschen vor dem fertigen Text rauskommt.

Jessica: Könntest du dir vorstellen nach Australien zurück zu gehen und dich dort niederzulassen – für den Rest deines Lebens?
Ja… Eines Tages vielleicht. Da sind aber noch so viele Orte an denen ich gerne wohnen würde. Ich habe ein kleines Cottage in Neuseeland entdeckt wo ich gerne leben würde. Ich möchte auch gerne in Italien, Spanien, Schweden oder Schottland leben. Auf der Fahrt nach Zürich hab ich auch so viele schöne Gegenden gesehen. Die Kleinen Häuschen oben auf den Bergen – da möchte ich hin! Ich habe hier in der Schweiz nur die Städte gesehen, aber auf dem Land war ich eigentlich noch nie…

Beende die Sätze!

Bevor ich auf die Bühne gehe, mache ich… Hmmm was tu ich daa? Ach ja, ich binde mir die Schuhe nochmals neu, da die Schnürsenkel während dem Tag etwas loose werden. Ich mag wenn meine Boots eng geschnürrt sind.

In ein Flugzeug zu steigen ist für mich… normal… Ich fliege so oft, es ist schon zur Normalität geworden. Im Flugzeug fange ich an mich mit dem nächsten Tag zu befassen und was ich vor mir hab. Ich lebe vom einen Tag in den anderen. Fliegen ist für mich aber schon fast befreiend.

Ich mag den Geschmack von… Whiskey

Haie sind… etwas beängstigend. Ich hatte noch nie eine Begegnung mit einem Hai, aber möchte das auch nicht unbedingt.

OK… Super! Das wars auch schon, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.
Danke dir!

Wie das Konzert von Stu Larsen war, kannst du in unserem Konzertbericht nachlesen: Stu Larsen im Papiersaal

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