Interview: Jacob Banks in Zürich, 24.10.2017

Nachdem der Brite am Montag das Mascotte restlos füllte und zum tanzen brachte, konnten wir uns am Dienstag kurz mit ihm hinsetzen und ihm ein paar Fragen stellen. An dieser Stelle, vielen Dank an Universal Music Switzerland, dass dies möglich war.

Falls ihr Jacob Banks (noch) nicht kennt, no worries, wir helfen euch hier gerne weiter. Vor einiger Zeit haben wir bereits übe rihn berichtet, am besten hier einfach mal kurz nachlesen, damit ihr up-to-date seid: Jacob Banks – Eine Stimme die unter die Haut geht. Und wenn ihr dann noch mehr über ihn erfahren möchtet, einfach hier weiterlesen.

Interview mit Jacob Banks

Deine Show gestern war echt cool! Man konnte die Energie auf der Bühne spüren. Wie war es für dich? Du hast jetzt ja schon einige Shows gespielt, unterscheidet sich das Schweizer Publikum zu anderen?
Hmmm… Ich habe eigentlich immer meine Augen geschlossen und sehe gar nicht viel. Aber ich denke, wenn wir auf der Bühne eine gute Zeit haben, dann hat es das Publikum general auch. Wir möchten alle nur Spass haben, oder? Darum versuche ich mich einfach gut zu fühlen auf der Bühne und alle mit zu reissen. Natürlich kann ich aber niemanden dazu zwingen 😉 Es ist halt manchmal auch die Sprachbarriere die aufkommt.

Du hattest gestern ein Justin Bieber an, bist du ein Fan?
Yeah!

Ist Justin jemand mit dem du gerne mal zusammen arbeiten möchtest?  
Ja, aber ich weiss nocht ob unsere beiden Welten sich irgendwann mal überschneiden würden. Ich habe kürzlich einfach ein paar Sachen gekauft und dachte mir, das Shirt nehm ich… und zieh’s in Zürich an 🙂

Ich habe gelesen, dass du eine nicht so tolle Erfahrung mit Atlantic Records hattest. Hast du irgendwelche Tipps für junge Musiker, damit sie nicht die gleichen Fehler machen?
Shit’s gonna happen! Egal was jetzt für Ratschläge erteile. Wichtig ist nur, dass du dich nicht dadurch unterkriegen lässt. Es ist nur eine Person, vielleicht 2, welche dich in die Situation bringen. Wenn jemand dir etwas böses will, dann ist das nur 1 Mensch aus tausenden. Auch wenn ich jetzt Millionen Ratschläge verteile, irgendwas wird trotzdem passieren. Ich seh’s mehr als Pech und Pech ist eigentlich wie ein Ball, den du irgendwann mal zugeworfen erhältst. Dann hast du den Ball für eine Weile und gibst ihn dann weiter. That’s it. Aber denke einfach daran, dass dich so was nicht definiert. Du bist wer auch immer du sein möchtest!

OK… Und für dich hat diese Erfahrung ja sowieso etwas gutes mitgebracht. Du hast gleich nachdem du Atlantic Records den Rücken zugekehrt hast, „Monster“ geschrieben, richtig?
Genau, Monster handelt von dem ganzen Prozess damals. Ich habe eigentlich meinen Sound durch diese Erfahrung gefunden. Weisst du, ich bin immer noch cool mit den Leuten bei Atlantic Records, da ist kein böses Blut. Sie haben ja auch nichts falsch gemacht. Sie haben mich einfach als jemand anderen gesehen – das hat dann einfach nicht gepasst. Als ich dann aus dem Deal raus wollte, haben sie dies auch relativ einfach gemacht und mir nich noch extra Steine in den Weg gelegt.

Das ist gut, da hört man manchmal schon andere Sachen von Labels. Ein weiteres Highlight ist nun ja wohl deine ausverkaufte Show im The Village Underground in London und gleich noch die ausverkaufte Show im Koko. Das scheint ja ein sehr spezieller Ort zu sein für UK Artist… Hast du noch andere Venues auf deiner Bucketlist?
Ja, Koko ist der hammer. Das dauert normalerweise eine Zeit bis du diesen Ort füllst. Meistens erst nach einem erfolgreichen Album Release etc. Ich weiss echt nicht wie das passiert ist. Ich denke ja, dass es einfach eine Person war, die alle Tickets gekauft hat und dachte: Hey cool – Privat Konzert! (lacht)

Venue Bucketlist… Ja! Ich würde sehr gerne nochmals in der Royal Albert Hall spielen. Ja, ich war schon auf der Bühne dort, aber das war teil des BBC Prom Events. Da bin ich mit einem Orchester aufgetreten. Aber ich würde natürlich sehr gerne meine eigene Show dort spielen.

Du hast dieses Jahr aber auch sonst einige grosse Festivals gespielt. SXSW, Osheaga, Lollappalooza etc. Auch wenn beides recht verschieden ist, was gefällt dir besser, Festivals oder eigene Konzerte?
Ich mag beides wirklich gut, eben genau weil es so verschieden ist. Ich kann so wie zwei verschiedene Mützen aufsetzen. Bei den Festivals z.B. sind alle nur da um Spass zu haben, da ist’s einfach eine grosse Party. Da möchte niemand deprimiert an seine Ex denken (lacht). Bei meinen eigenen Shows versuche ich eher eine kleine Reise durch die verschiedenen Emotionen zu machen. Einfach ein bisschen von allem. Also ja, wenn ich mich für eines entscheiden müsste, würde ich meine eigenen Konzerte natürlich vorziehen.

Ich hab gelesen, dass du  mal gesagt hast, dass es dein Job wäre es den Leuten etwas einfacher zu machen, durch den Tag zu kommen. An wen oder was wendest du dich, wenn du mal einen schlechten Tag hast?
Ich höre ganz viel Afro-Beats. Das ist einfach voll mein ding. Es hilft mir echt durch den Tag zu kommen. Einfach eine gute Energie, gute Vibes und meist up-tempo beats. Da gibt’s z.B. einen UK Artist namens Maleek Berry, oder einen anderen Moelogo  oder Wizkid.  Die mag ich echt gut! Ich liebe einfach Afro-Beats – das bringt meine Laune immer wieder hoch.

Du hattest bestimmt schon einige Interviews auf dieser Tour. Gibt es eine Frage, welche dir noch nie gestellt wurde, du aber gerne mal etwas dazu sagen möchtest?  
Hmm, nein, eigentlich nicht wirklich. Es war bis jetzt alles ganz ok. Interviews sind ja eure Sache, ich bin nur hier um eine Konversation mit dir zu führen. Da ist jetzt daher nichts, was mir gerade so in den Sinn kommt – bis jetzt…

Wir fragen vor unseren Interviews immer unsere Follower, ob sie irgendwelche Fragen an den Artist haben. Wir haben da auch einige Fragen für dich erhalten.

Fan Fragen an Jacob Banks

Ramona: Hast du dir mal überlegt evtl. Livestreams oder so zu machen, für diejenigen, welche z.B. keine Tickets mehr für deine Show erhalten haben?
Ja, das würde ich sogar sehr gerne machen. Ich hätte sehr gerne jemanden dabei gehabt, der alle diese Shows jetzt schon gestreamt hätte. Leider ist das immer so eine Sache mit dem Empfang. Ich würde dies aber sehr gerne machen. Ich finde ja Musik sollte sowieso gratis sein, ganz ehrlich! Wir haben erst letztens eine Show in Stockholm gespielt bei der es first come first serve hiess. Da mussten wir 500 Leute wieder weg schicken. Das hat mir fast das Herz gebrochen. Ich habe gefragt, ob wir nicht einfach eine zweite Show spielen können. Ging dann aber leider nicht. So vieles wird manchen Menschen vorenthalten, Musik sollte nicht eines dieser Dinge sein. Wenn ich irgendwas tun kann, um meine Musik mit mehr Leuten zu teilen, dann mach ich das!

Sabine: Gibt’s einen Song (der nicht von dir stammt), welcher du gerne geschrieben hättest?
Es gibt da einen Song von Coldplay, „Magic“ – den hätte ich gerne geschrieben

Rahel: Auf welchen deiner Songs bist du am meisten Stolz und warum?
Das müsste eigentlich „Monster“ sein. Einfach schon, weil dies mein erster Song war den ich geschrieben habe, der (politisch gesehen) Links ist. Ich war schon immer eher Links, aber in diesem Song ist es halt so richtig rausgekommen. Ich erinnere mich gut daran, wie ich mir den Song im Kopf zurecht gemacht habe, ich wusste dann schon, das klappt, dieser Song wird was! Es ist wirklich etwas spezielles, wenn man einen Song im Kopf hat und dann sieht, wie er sich Schritt für Schritt weiterentwickelt und entfaltet und zum Leben erweckt. Dieser Song hat irgendwie auch einen anderen Teil meines Gehirns aktiviert und mir geholfen Musik anders zu hören.

Fun fact, ich habe Monster zu genau diesem Song geschrieben (Macklemore & Ryan Lewis’ “Can’t Hold Us” spielt gerade im hintergrund).

Cool, gut zu wissen… Wir sind nun auch schon fast am Ende. Wir haben nun aber noch ein paar Sätze für dich, die du so spontan wie möglich beenden solltest. Ready?

Beende die Sätze!

Irgendwann mal gehe ich nach… St. Lucia!
Ich würde niemals… Hmm ich würde mich niemals vor etwas neuem verschliessen. Ich bin offen für alles!
Auf ein Boot zu gehen , bedeutet… Dass ich vielleicht sterbe – ich kann nämlich nicht schwimmen.
Jerk Chicken beutet für mich… HOME! Ich fliege heute Abend wieder zurück nach London und werde mich dort dann meinem Jerk Chicken widmen. Ich habe mich auf Tour nicht getraut Jerk Chicken zu suchen und zu probieren… 🙂

Sehr gut, dann wünsche ich jetzt schon „en guete“! Vielen herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und natürlich eine gute Heimreise.
Danke dir!

So… Das interview war somit dann auch beendet. An dieser Stelle möchte ich euch diesen Sänger nochmals ans Herz legen. Ein unglaublich talentierter junger Mann mit einer Stimme die echt durch Mark und Bein geht. Wir halten die Augen und Ohren offen und hoffen, dass wir euch dann schon bald informieren können, wenn es wieder eine neue Tour gibt.

In der Zwischenzeit, folgt Jacob auf seinen Socials und holt euch seine Musik hier:

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