Interview: Jamie Cullum in St. Moritz am Festival da Jazz 19.07.2017

Wir hatten die Gelegenheit Jamie Cullum in St. Moritz zu interviewen. Vor seinem Auftritt auf dem Muottas Muragl, im Rahmen des diesjährigen Festival da Jazz, setzten wir uns kurz mit dem Sänger hin. Der Britische Jazz Sänger hat uns dann verraten, welcher Musiker einer seiner Songs covern sollte. Einfach weiterlesen um herauszufinden wer das ist. Für einige von euch könnte es zu einer kleinen Überraschung kommen.

Wir sind uns bestimmt einig, dieses Jahr hat das Festival da Jazz einen ganz grossen Künstler auf ihren Hausberg geholt… Kurz vor seinem Auftritt durften wir kurz mit dem one-and-only Jamie Cullum zusammen sitzen und ihn mit Fragen löchern. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Newly Swissed und dem Festival da Jazz, dass uns dies ermöglicht wurde. Drüben bei Newly Swissed findet ihr noch einen weiteren Artikel von mir, über das Festival da Jazz (nur in Englisch).

Interview mit Jamie Cullum in St. Moritz

Vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst für uns! Wie gefällt es dir hier oben bis jetzt?
Natürlich! Es ist echt schwierig zu beschreiben. Einer der ersten Dinge, die mir durch den Kopf gingen als ich hier hoch fuhr: Die Welt ist schon ein unglaublicher Ort. Heute morgen war ich noch bei mir Zuhause in der englischen Natur, welche natürlich auf seine ganze eigene Art toll ist. Nur ein paar Stunden später bin ich hier… Es sieht ein bisschen aus wie bei Legend of Zelda.

Deine Single „Work of Art“ ist anfangs Jahr erschienen… Kannst du uns schon etwas mehr zu deinem nächsten Album verraten?
Klar! Der einzige Grund warum das Album noch nicht ganz fertig ist – ich bin ja momentan auf Tour. Aber ich werde es wohl so gegen anfangs September fertigstellen. Im August habe ich noch ein paar Tage frei um Zeit mit meiner Familie zu verbringen… Ich habe das Gefühl, dass vor allem diejenigen, welche meine Musik schon länger hören, sehr viel Gefallen am neuen Album finden werden. Es ist auch das erste Mal, dass nur eigene Songs auf diesem Album sein werden.

Wir haben gehört, dass du für eine lange Zeit dein Album „Twenty Something“ nicht mehr hören konntest. Was hat dich dazu gebracht doch nochmals reinzuhören?
Weisst du, es ist eigentlich nur zufälligerweise auf Spotify aufgetaucht… Du kennst das, wenn dir Artists vorgeschlagen werden, welche dir gefallen könnten…? Nun ja, plötzlich spielte mein Song “Next Year Baby” und ich dachte nur, dieser Song ist eigentlich ganz gut! Dann habe ich das ganze Album nochmals durch gehört. Ich glaube, dass wenn du älter wirst – ich werde ja nächstes Jahr schon 40 – du auch etwas netter wirst, mit dir selbst. Du probierst dich immer wieder neu zu erfinden. Mit dem Alter, fängst du aber auch an, dich mehr zu akzeptieren und zu schätzen woher du gekommen bist. Auch wenn du dich veränderst und neu erfindest, du wirst immer diese eine Person bleiben…

Wir wissen, dass du eigentlich sehr gerne Songs coverst. Mit deiner Cover-Serie Song Society hast du bereits tolle Songs rausgebracht…
Oh ja! Diese Serie werde ich auch auf jeden Fall weiter führen. Das ist auch einer der Gründe, warum es nun einfacher war für mich, ein Album mit nur eigenen Songs zu machen. Denn ich habe ja Song Society! Wenn da dann irgendwann „Song Society Nr 62“ steht, bin ich happy. Ich war in der letzten Zeit halt etwas busy… Aber wir haben schon vor, dieses Jahr noch 5-10 weitere Songs aufzunehmen und auf YouTube hochzuladen. Wir würden die Songs auch gerne noch auf Spotify etc bringen, aber es ist da immer etwas schwieriger mit den Rechten der Songs.

Wenn du nun einen Künstler wählen müsstest um einen deiner Songs zu covern, wer wäre deine erste Wahl?
Oooh, das ist eine gute Frage. Hmmm… Auf “The Pursuit” hab ich diesen Song “I Think, I Love” aufgenommen – ich würde gerne wissen wie Lady Gaga ihn interpretieren würde. Sie mag ja Jazz – das wäre also sehr interessant.

Du bist nun auch schon einige Zeit im Musikbusiness, was denkst du hat sich für dich am meisten geändert?
Ich bin mir nicht sicher ob sich so viel verändert hat. Klar, die Industrie an sich hat sich sehr stark verändert. Aber schau, ich war schon immer der Live-Performing Artist und habe einfach gemacht was ich wollte. Ich war immer auf Tour, egal ob ich nun ein neues Album hatte oder nicht. Ich habe auch nur dann ein Album gemacht, wenn ich auch bereit war dazu, nicht weil es „an der Zeit“ war für neue Songs. Ich habe solche „Regeln“ irgendwie immer ignoriert. Der einzige grosse Unterschied ist glaube ich nur, dass ich älter und wohl auch etwas weiser bin.

Fan Fragen – Wir fragen unsere Community jeweils, was sie von unseren Interviewpartnern wissen möchten…

Corina: Was ist deine absolute Lieblingsvenue?
Weisst du was, das müsste eigentlich die Mainstage am Glastonbury sein. Diesen Sommer da zu spielen war wirklich ein spezieller Moment.

Andrea: Gibt es Unterschiede im Publikum, sind z.B. UK Fans anders, verglichen zu anderen Europäischen Ländern?
Ich merke, dass z.B. in Spanien oder Portugal die Leute schon ihre Passion eher nach aussen zeigen. Das heisst nicht zwingendermassen, dass sie die Shows mehr geniessen, aber dort sind die Leute eher bereit ihre Emotionen zu zeigen. Aber ich bin auch ein bisschen der Typ, der Leute schon fast dazu zwingt Emotionen zu zeigen. Aber die Reaktionen in Zürich letzte Woche zum Beispiel war auch verrückt. So verrückt wie sie überall sein könnte. Man kann das daher nicht wirklich verallgemeinern… Aber es ist schon so, dass wir in den südlicheren Ländern oft da stehen und denken: woooooooah! Es muss wohl das Latino-Temperament sein.

Raquel: Hast du vor, das Duett welches du mit Alejandro Sanz aufgenommen hast, auch wieder Live zu performen?
Oooh weisst du, noch so gerne! Ich blieb auch in Kontakt mit Alejandro. Ich könnte den Song sicherlich nicht ohne ihn performen, aber wenn er mich fragen würde, ich wäre sofort dabei! Er ist ein absoluter Gentleman, grossartiger Sänger und Musiker. Das war echt eine ganz tolle Sache für mich, mit ihm zusammen den Song aufzunehmen.

Super, das war auch schon die letzte Frage. Vielen Dank für das nette Interview!
Danke euch! Ich muss ja schon bald auf die Bühne – nice to meet you.

Da aber noch ganz viele Leute an der Talstation des Muottas Muragl warteten, wurde der Auftritt etwas verschoben. Das gab mir auch gleich noch etwas Zeit um mich wieder an meinen Platz vor der Bühne zu begeben. Von dort aus, durfte ich dann noch ein paar Fotos schiessen. Die Show war wie immer toll! Wenn ihr die Möglichkeit habt, diesen Musiker live zu erleben, tut das! Tickets kaufen und einen Abend voller guter Musik und Entertainment geniessen.

Konzertbilder Jamie Cullum @ Festival da Jazz – Muottas Muragl, St. Moritz

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