Interview: Jeremy Loops in St. Gallen 16.07.2016

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Letztes Wochenende durften wir uns kurz mit Jeremy Loops hinsetzen, ein Musiker aus Südafrika, welcher dieses Jahr unter anderem am Kulturfestival in St. Gallen sowie am Gurtenfestival in Bern auftratt. Wenn ihr mehr über ihn erfahren möchtet, keep reading!

Nachdem ich mich auf dem herzigen areal, welches gar nicht so gross war, umgesehen habe, sass ich dnan auch schon im Backstagebereich zusammen mit Jeremy Loops. Nach dem Interview, konnte ich mich persönlich noch von seinem können überzeugen und WOW, ich wurde sehr positiv überrascht. Ich wusste nicht genau was mich erwarten würde, aber ich kann euch versichern, ich war hin und weg! Der lange weg nach St. Gallen war’s definitiv wert! Die Energie die Jeremy und seine Band auf die Bühne brachten und die Atmosphäre in diesem kleinen Innenhof war unglaublich. Das kleine übersichtliche Publikum war aber voll da (es war aber ausverkauft!), machte mit und hatte sichtlich auch ihren Spass. Ich muss zugeben, rein von der Atmosphäre her und der Stimmung , kann ich diese Konzert sicherlich in meine Top 5 von 2016 einfügen. Es war echt super, ich werde nächstes Jahr gerne wieder zurück kommen. Das Kulturfestival ist echt herzig, familiär und bringt tolle Musiker nach St. Gallen. Wenn du mehr über über das Kulturfestival erfahren möchtest, schau mal hier vorbei:

Kulturfestival St. Gallen

Interview mit Jeremy Loops

Jetzt aber zum Interview. Mal schauen was Jeremy uns alles erzählt hatte…

Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns nimmst. Lass uns doch gleich loslegen. Wir wissen, dass du Schweizer Wurzeln hast… ?

Ich danke euch! Und jawohl, meine Schweizer Wurzeln. Ich übe schon eine Weile an meinem “Hoi  Zäme”, “Danke viilmals” und “Tschau Zäme” – ich arbeite jetzt an meinem Akzent. Aber ja, meine Mutter ist Schweizerin sowie auch mein Grossvater, der heute sogar hier im Publikum ist. Es ist sein erstes Konzert von mir. Ich mache zwar seit Jahre Musik, aber irgendwie waren wir nie zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Ich habe dieses Mal sogar noch meinen Onkel Albert wieder getroffen, ich habe ihn schon seit Jaaaahren nicht mehr gesehen. Er arbeitet Jahrelang hier in St. Gallen, ich habe auch erst jetzt rausgefunden, dass mein Grossvater uns seine Familie alle hier in St. Gallen aufgewachsen sind.

Du bist halb Schweizer und halb Südafrikaner – hast du irgendwelche besonderen Eigenschaften von der einen oder anderen Seite vererbt bekommen?
Dass sie verschieden sind, weisst du ja bestimmt 🙂 Meine Mutter ist scho relativ früh nach Südafrika gezogen. Sie reiste nach Südafrika währendem einem Gap-year, lernte meinen Vater kennen und ging gar nicht mehr zurück nach hause. Sie lebte also fast ihr ganzes Leben in Südafrika, hat aber immer noch ihren Schweizer Akzent, über welchen auch meine Freunde sich immer noch amüsieren. Ich mag es aber total ihr zuzuhören, wenn sie mit ihrer Familie Schweizerdeutsch spricht. Ich denke meine Liebe für Europäisches Essen stammt bestimmt von meiner Schweizer Seite her. Meine Mutter hatte halt auch immer Schweizerisch, Deutsch oder Italienisch gekocht. Das bliebe hängen. Ich fühle mich hier also immer gleich zuhause, was das Essen anbelangt.

Zurück zur Musik! Diesen Sommer hast du ja einige Festivals und Shows auf dem Programm. Arbeitest du parallel aber evtl. schon an neuer Musik?
Yep… Mein Debütalbum ist zwar gerade erst im Mai in Europa rausgekommen… Aber mein nächstes Album ist schon für mitte nächstes Jahr geplant. Sobald ich im November die Tour abgeschlossen habe, werde ich wieder zurück nachhause fliegen und dort in full production gehen. Es wird zudem auch meine erste richtige Pause seit ca. 5 Jahren vom touren sein. Ich freue mich schon darauf, einfach mal zuhause zu sein, surfen und wirklich mal Zeit zu haben kreativ zu sein. Wenn du unterwegs bist, ist es manchmal schwierig sich wirklich auf etwas zu fokusieren. Es wird noch ein busy Jahr sein, aber wir haben schon an vielen verschiedenen Sachen gearbeitet, daher bin ich sehr gespannt und freue mich auf die Zeit im Studio.

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Wie du sagst, war’s schon ein busy Jahr und wird auch so weitergehen. Du bist dafür aber hier in Europa schon auf der Überholspur. Gibt es etwas, was du vermisst aus den Tagen wo dich noch niemand kannte?
Es hat sich natürlich viel verändert in der letzten Zeit. Mein Ziel mit der Musik war aber schon immer auf globaler Ebene. In Südafrika sind wir nun aber schon seit fast 3 Jahren ein bekannter Act. Wir spielen vor tausenden von Leuten und können im Nu 6000 Tickets für unsere eigenen Shows verkaufen. Es ist super interessant die Veränderungen zu sehen, aber manchmal ist es auch eine Herausforderung wenn du eine lokale Berühmtheit wirst. Es kommt immer wieder vor, dass Leute dich auf der Strasse anhalten und ansprechen. Ab und zu kommt es mir dann schon fast so vor wie wenn es einen Eingriff in deine Privatsphäre ist. Das war anfangs etwas komisch, aber ich denke wir haben uns da gut angepasst und sind es uns nun auch gewohnt.

Viele Bands aus Südafrika bleiben auch da, haben ihre Karriere in Südafrika. Aber wir haben beschlossen zu reisen und andere Orte zu erobern. Wir haben uns schliesslich langsam an Übersee gewagt und sind nach Amerika, danach nach Grossbritanien und haben dann den rest von Europa ins Visier genommen. In den USA sind wir jetzt so mittel-gross, in den Niederlanden zb. aber schon etwas grösser. Wir sind also überall in verschiedenen Abschnitten unserer Karriere. We weiss, vielleicht sind wir nächstes Jahr um diese Zeit auch in der Schweiz etwas grösser… Während dem wir dann wieder ganz am Anfang stehen in Indien – dort möchten wir unbedingt al nächstes hin. Grosse wie auch kleine Shows zu spielen ist toll – es hat beides seinen Reiz, weisst du wie ich meine?

Klar, verstehen ich natürlich. Aber was genau möchtest du den mit deiner Karriere erreichen, was ist dein Ziel?
Mein Ziel ist so halbe/halbe… Ich möchte gerne während dem Sommer in Südafrika und Australien spielen. Ich liebe es während unserem Sommer in Südafrika zu spielen, die Festivals etc. Natürlich ist es ja auch mein Zuhause. Danach würde ich am liebsten in Richtung Amerika, dort ein paar Festivals und Shows im Mai/Juni und dann weiter nach Europa für die Festivals hier, wenns schön und warm ist. Das ist sozusagen mein Traum, dem Sommer nach zu reisen. Wenn ich in beiden Regionen „gross“ bin, könnte ich so einfach um die Welt reisen. Ich würde einfach gerne wählen wollen, wo  ich spiele. Ich möchte nicht dort spielen müssen wo das Geld ist. Ich möchte dort spielen wo sichs gut leben lässt. Wie auch hier in der Schweiz zum Beispiel. Meine Familie ist hier und es ist einfach super hier Zeit zu verbringen, mit der Band bei meinen Tanten und Onkel zu bleiben. Ich habe aber auch in Italien viele Freunde, daher würde ich auch gerne dort mehr touren. Diese Idee dort spielen zu müssen, wo ich eigentlich nicht so gerne sein würde, passt für mich einfach nicht so ins Konzept. Viele grosse Bands haben da keine Wahl und müssen spielen wo das Label/Management sie hinschickt. Da ich mich eigenltich immer von den Labels fern hielt, hab ich jetzt natürlich mehr Freiheiten. Scheint als habe ich mich auch ohne die grossen Plattenfirmen ganz gut durchgeschlagen.

Du wirst bestimmt oft Interviews geben müssen in letzter Zeit… Gibt es eine Frage, die du immer wieder gestellt bekommst und irgendwann etwas nervt?
Hmm nicht wirklich… Ich gebe in so vielen Ländern Interviews, sie sind daher doch immer etwas unterschiedlich. Was ich aber oft gefragt werde, ob denn meine Musik Südafrikanisch ist oder Südafrikanische Wurzeln hat… Das ist dann irgendwie doch etwas komisch zu beantworten… Ist doch eigentlich klar, ich bin aus Südafrika… Alles was ich aus musikalischer Hinsicht kenne, wurde und wird immernoch durch mein aufwachsen in Südafrika beinflusst. Das muss ich dann eben öfters erklären, aber nerven tut’s mich nicht…

Wenn wir schon bei deiner Musik sind, wie würdest du jemanden deinen Musikstil beschreiben, welcher weder dich noch deine Musik kennt.
Ich sage oft, dass meine Musik von der Folk Musik inspiriert ist. Meine Texte sind alles persönliche Erlebnisse aus meinem täglichen Leben, die typischen Folk Ideen halt. Vor ein paar Jahren habe ich meinen Stil als Modern Folk bezeichnet. Modern, da ich Beatboxing reinbringe, wir haben einen Rapper in der Gruppe sowie einen Saxophonspieler. Mit all dem und den loopings und layerings ist es definitiv kein traditioneller Folk mehr.

Cool, vielen Dank. Der „ernste“ Teil ist nun vorbei… Wir haben zum Schluss jeweils immer ein paar Sätze welche der Artist möglichst spontan beenden sollte:

Am liebesten telefoniere ich mit… Meiner Mutter! Sie schafft es, dass ich mich sicher fühle wenn ich unterwegs bin.
Ich bin süchtig nach… Surfen und meiner Gitarre
Ich kann NICHT nein sagen zu… Hmm… Das isch schwierig… Ah! Spät aufzubleiben!
Wenn ich einen Hai sehe, fühle ich mich… es ist furchterregend! Wir haben viele Haie in Südafrika und da ich schon seit klein auf surfe, hatte ich bereits einige Begegnungen mit Haien. Es ist jedes mal wieder fürchterlich. Ich schätze Haie sehr, aber habe auch gesunden Respekt vor ihnen, vor allem vor den grossen Weissen Haien – von denen haben wir sehr viele in Südafrika.

 

Das war’s dann auch schon… Während ich meine sieben Sachen packte, ist der Supporting Act, Marius Bär, bereits auf die Bühne gehüpft. Danach war Jeremy Loops dann an der Reihe. Wenn du nun mehr über das Kulturfestival in St. Gallen erfahren möchtest, schau mal hier vorbei: Kulturfestival St. Gallen.

 

Konzertbilder: Jeremy Loops  am Kulturfestival St. Gallen

 

 

 

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